in lingua latina
Thesaurus (Lexikon)
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Nondum conceptus

Nondum conceptus – der noch nicht Empfangene – bezeichnet den Embryo vor der Nidation, also vor der Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut. Ab der Nidation spricht man dagegen von einem Nasciturus.

Nondum concepti sind alle grundsätzlich lebensfähigen Zygoten und Embryonen, auch dann, wenn sie sich (etwa bei einer in-vitro-Fertilisation) außerhalb des Mutterkörpers befinden.

Der nondum conceptus unterliegt noch keinem strafrechtlichen Schutz. Insbesondere die Strafvorschriften zum Schwangerschaftsabbruch (§§ 218 ff. StGB) setzen erst mit der Nidation an, schützen also nur den Nasciturus, nicht aber bereits den nondum conceptus, § 218 Abs. 1 Satz 2 StGB.

Anders stellt sich die Situation dagegen im Zivilrecht dar, hier besteht zugunsten des nondum conceptus ein vorgreifender Rechtsschutz, der allerdings Rechte stets nur aufschiebend bedingt auf die Geburt gewährt: Kommt das Kind nicht (wenigstens vorübergehend) lebendig zur Welt, sind die zum Schutz des Nundum Concepti gewährten Rechte nicht entstanden.

So greift etwa zugunsten des Nondum Conceptus bereits der deliktische Schutz, der Nondum Conceptus ist also bereits gegen unerlaubte Handlungen – etwa bei Schäden aufgrund einer Falschbehandlung der Mutter1 – geschützt.

Darüber hinaus kann der Nondum Conceptus – aufschiebend bedingt auf die Geburt – u.a.

  • durch einen Vertrag zugunsten Dritter oder einen Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter berechtigt werden;
  • als Nacherbe eingesetzt (§ 2101, 2106 Abs. 2, 2109 Abs. 1 BGB) oder durch ein Vermächtnis begünstigt werden (§§ 2162,2178 BGB) – der Nondum Conceptus ist insoweit teilweise erbfähig;

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Intervise:
Nasciturus
 

Scholia (Anmerkungen):

  1. BGHZ 8, 243 []