in lingua latina
Thesaurus (Lexikon)
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Generaliter (Allgemein)

Iam scies patrem tuum mercedes perdidisse.

„Gleich wirst du wissen, dass dein Vater das Lehrgeld verloren hat.“

Dieser dem römischen Senator Titus Petronius Arbiter, dem Autor des Satyricon, zugeschriebene Aussprach entspricht dem deutschen Sprichwort „Da solltest dir dein Schulgeld wiedergeben lassen!“

In fine

In fine – am Ende – ist eine Fundstellenangabe: die gesuchte Angabe findet sich in fine – am Ende (etwa einer Gesetzesvorschrift oder eines Urteils).

Lex imperfecta

Lex imperfecta – das unvollständige Gesetz – bezeichnet ein Gesetz, dass zwar einen Tatbestand, aber keine Rechtsfolge beschreibt.

Solche legis imperfecta können sowohl ungewollt, etwa aufgrund eines Redaktionsversehens, oder aber auch gewollt – als sanktionsfreie Ordnungsvorschrift – entstehen. Ein Beispiel… Weiterlesen

Tertium non datur

Tertium non datur – ein Drittes gibt es nicht – beschreibt den Satz vom ausgeschlossenen Dritten, oder genauer: das logische Prinzip des zwischen zwei kontradiktionsichen Gegensätzen stehenden ausgeschlossenen Mittleren.

Das „principium exclusi tertii sive medii inter duo contradictoria“ ist ein… Weiterlesen

Lex posterior derogat legi priori

Lex posterior derogat legi priori – das jüngere Gesetz hebt das frühere Gesetz auf – beschreibt einen allgemeinen Rechtsgrundsatz.

Der Grundsatz des lex posterior besagt, dass eine spätere Rechtsnorm einer ältere Norm, die den gleichen Sachverhalt regelt, vorgeht, mithin also… Weiterlesen

Sine ira et studio

Sine ira et studio – ohne Zorn und Eifer – beschreibt den Neutralitätsgrundsatz, wonach ein Richter ohne jegliche Parteinahme entscheiden soll.

Der Ausdruck „Sine ira et studio“ entstammt dem Proöm der Annalen des römischen Geschichtsschreibers und Senators Publius Cornelis Tacitus… Weiterlesen

Sedes materiae

Sedes materiae – der Sitz des Gegenstandes – beschreibt die für die Entscheidung eines Falles entscheidende Gesetzesstelle, also das jeweils anzuwendende Recht.

Roma locuta causa finita

Roma locuta causa finita – Rom hat entschieden, die Sache ist erledigt – ist ein Rechtsgrundsatz, der aus dem Kirchenrecht stammt: Die Entscheidung der höchsten Instanz (ursprünglich: des Papstes) ist stets rechtskräftig, es verbleiben keine Rechtsmittel (und kein Raum für weitere Diskussionen) mehr.

Ratio legis

Ratio legis – der Sinn des Gesetzes – beschreibt den Zweck und Hauptgedanken einer Rechtsnorm, also den Grund, warum die Rechtsnorm erlassen wurde.

Die ratio legis ist der Kern der sogenannten teleologischen, am Gesetzeszweck orientierten Gesetzesauslegung. Dieser Gesetzeszweck kann jedoch… Weiterlesen

Pro forma

Pro forma – für die Form – beschreibt ein Verhalten nur der Form halber, um der Form zu genügen.

So ist eine Proforma-Rechnung etwa eine Rechnung, die aus steuerlichen Gründen oder zu Zollzwecken ausgestellt wird, um den Wert der Warensendung… Weiterlesen

Pro domo

Pro domo – für das Haus – bezeichnet eine Tätigkeit „in eigener Sache“.

Die römische Redewendung „pro domo“ oder „de domo sua“ – vom eigenen Haus – rührt von der oratio pro domo, einer Rede, die Cicero nach seiner Rückkehr… Weiterlesen

Praesumptio iuris

Praesumptio iuris – die rechtliche Vermutung – beschreibt eine (widerlegbare) Beweisführung:

Liegt ein bestimmter Sachverhalt vor, zieht das Gesetz hieraus einen bestimmten Schluss, indem dann vermutet wird, dass etwas Anderes ebenfalls vorliegt. Diese Vermutung greift solange, bis das Gegenteil bewiesen… Weiterlesen

Praesumptio iuris et de iure

Praesumptio iuris et de iure – die rechtliche und von Rechts wegen geltende Vermutung – beschreibt eine (unwiderlegbare) Beweisführung in Form einer Fiktion:

Liegt ein bestimmter Sachverhalt vor, zieht das Gesetz hieraus einen bestimmten Schluss und ordnet unwiderlegbar an, dass… Weiterlesen